Poolfahrzeuge

Fahrzeugauslastung

Der Anteil der Zeit oder Strecke, in der ein Fahrzeug tatsächlich genutzt wird.

Lesezeit: 2 Minuten

Kurz gefasst

Die Fahrzeugauslastung gibt an, in welchem Umfang ein Fahrzeug im Verhältnis zu seiner Verfügbarkeit genutzt wird. Sie ist die zentrale Kennzahl für die Frage, ob eine Flotte zu groß, zu klein oder falsch zusammengesetzt ist.

Wie wird die Auslastung gemessen?

Üblich sind zwei Bezugsgrößen. Zeitbezogen wird die gebuchte oder gefahrene Zeit ins Verhältnis zur verfügbaren Zeit gesetzt, was sich für Poolfahrzeuge eignet. Streckenbezogen wird die tatsächliche Laufleistung mit der kalkulierten verglichen, was bei Leasingfahrzeugen zusätzlich das Risiko von Mehr- oder Minderkilometern sichtbar macht.

Wichtig ist ein einheitlicher Bezugszeitraum, weil Auslastung stark schwankt: Ein Fahrzeug mit 70 % an Werktagen kann über das Gesamtjahr bei 40 % liegen.

Wie wird die Auslastung gerechnet?

Ein Standort hat zehn Poolfahrzeuge. Bei 21 Arbeitstagen und acht verfügbaren Stunden je Tag ergeben sich 1.680 verfügbare Fahrzeugstunden im Monat. Gebucht wurden 620 Stunden.

Schritt Rechnung Ergebnis
Verfügbare Zeit 10 Fahrzeuge, mal 21 Tage, mal 8 Stunden 1.680 Stunden
Genutzte Zeit Summe der gebuchten Zeiten 620 Stunden
Auslastung 620 geteilt durch 1.680 37 Prozent

Der Durchschnitt allein trägt keine Entscheidung. Aussagekräftig wird die Zahl erst, wenn sie je Fahrzeug vorliegt: Liegen einzelne Fahrzeuge bei 80 Prozent und andere bei 10 Prozent, ist nicht der Bestand zu groß, sondern die Verteilung ungleich.

Welcher Wert ist gut?

Das hängt vom Zweck ab. Ein Pool, der Bedarfsspitzen abdecken soll, darf nicht dauerhaft nahe der Vollauslastung liegen, weil dann keine kurzfristige Buchung mehr möglich ist. Ein dauerhaft niedriger Wert über mehrere Fahrzeuge hinweg deutet dagegen auf Überkapazität hin.

Aussagekräftig wird die Kennzahl im Zeitverlauf und im Vergleich zwischen Standorten, weniger als absoluter Zielwert.

Was folgt aus einer niedrigen Auslastung?

Nicht automatisch der Abbau von Fahrzeugen. Häufig liegt die Ursache in der Verteilung: Einzelne Fahrzeuge sind dauerhaft belegt, andere stehen, weil sie schlechter erreichbar oder weniger beliebt sind. Eine Zuteilung nach Bedarf statt freier Wahl gleicht das aus, ohne die Flotte zu verkleinern.

Erst wenn die Auslastung über alle Fahrzeuge eines Standorts niedrig bleibt, ist der Bestand tatsächlich zu groß. Belastbar ist diese Aussage nur mit Buchungs- und Nutzungsdaten über mindestens ein Quartal.

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